Wie entsteht eine historische 3D-Rekonstruktion?
Eine belastbare Rekonstruktion beginnt nicht mit dem Modellieren, sondern mit der Quellenlage. Zunächst wird geklärt, was sicher bekannt ist, welche Bereiche erschlossen werden können und wo Unsicherheit bestehen bleibt.
1. Quellen und Befunde sammeln
Pläne, Grabungsdaten, Scans, Fotos, Karten, Texte und Vergleichsbauten werden zusammengeführt und bewertet.
2. Geometrische Grundlage aufbauen
Gelände, Grundrisse und gesicherte Bauteile bilden die räumliche Basis. Maßstäbe und Lagebeziehungen werden so früh wie möglich festgelegt.
3. Rekonstruktionshypothese entwickeln
Fehlende Bereiche werden gemeinsam mit Fachwissenschaftlerinnen und Fachwissenschaftlern plausibel ergänzt. Varianten können sinnvoller sein als eine scheinbar eindeutige Lösung.
4. Detaillierung und Materialität
Erst wenn die Kubatur abgestimmt ist, folgen konstruktive Details, Oberflächen, Ausstattung, Vegetation und Umgebung.
5. Nutzung ableiten
Je nach Ziel entstehen daraus Renderings, Animationsfilme, interaktive Webmodelle, AR- oder VR-Anwendungen.
